Raumakustik im Büro
Wer im Großraum arbeitet, kennt das Gefühl: Am Abend ist man müde, ohne sagen zu können, warum. Meist liegt es nicht an der Lautstärke, sondern daran, dass man jedes Gespräch drei Tische weiter mithören kann. Unser Gehirn kann Sprache nicht ausblenden. Sobald wir verstehen, was gesagt wird, hört ein Teil von uns zu, und die Konzentration sinkt messbar.

Woran man eine schlechte Raumakustik erkennt
Der Fachbegriff heißt Nachhallzeit: Wie lange klingt ein Geräusch im Raum nach, bevor es verschwindet. Je länger, desto anstrengender der Tag. Sie brauchen dafür kein Messgerät. Klatschen Sie in einem leeren Besprechungsraum einmal kräftig in die Hände. Hören Sie ein deutliches Nachklingen, ist der Raum akustisch unbehandelt.
Typische Warnzeichen im Alltag: Man muss in Videokonferenzen lauter sprechen als nötig. Am Telefon versteht die Gegenseite Sie schlechter als Sie sie. Mitarbeitende setzen Kopfhörer auf, obwohl sie keine Musik hören. Besprechungen ermatten alle Beteiligten, obwohl das Thema nicht anstrengend war.
Was die Regelwerke sagen
Für Arbeitsstätten in Deutschland gibt die ASR A3.7 vor, dass bei überwiegend geistigen Tätigkeiten ein Beurteilungspegel von etwa 55 dB(A) nicht überschritten werden soll. Die VDI 2569 beschreibt speziell für Büros, wie weit Sprache im Raum trägt, bevor sie nicht mehr ablenkt. Die DIN 18041 regelt die Hörsamkeit von Räumen allgemein.
In der Praxis muss niemand diese Normen auswendig kennen. Sie sind für uns die Messlatte bei der Planung, damit am Ende nicht nur ein Gefühl, sondern ein nachvollziehbares Ergebnis steht.
Die vier Hebel
Die Decke zuerst
Sie ist die größte freie Fläche im Raum und deshalb der wirksamste Hebel. Abgehängte Segel oder Baffles nehmen den Schall dort weg, wo er entsteht, ohne dass am Boden Platz verloren geht.
Wände gezielt, nicht flächig
Am wirksamsten sind die Flächen gegenüber von Fenstern und die Rückwand in Besprechungsräumen. Es braucht selten die ganze Wand, sondern die richtige.
Möbel, die mitarbeiten
Stellwände, Tischaufsätze und hohe Sitzmöbel schlucken Schall und unterbrechen die Sichtlinie. Beides zusammen senkt die Störwirkung deutlich stärker als jedes für sich.
Rückzug schaffen
Wo es wirklich still sein muss, hilft kein Absorber, sondern ein eigener Raum. Telefon- und Meetingboxen lösen genau die Situationen, die den Rest des Büros stören.
Akustik muss nicht nach Akustik aussehen
Viele erwarten graue Kästen an der Wand. Heutige Absorber gibt es als farbige Filzelemente, bedruckte Bilder mit Ihrem eigenen Motiv, Mooswände oder Leuchten mit integrierter Wirkung. Richtig geplant fällt niemandem auf, dass ein Raum behandelt wurde. Man merkt nur, dass es sich gut anfühlt, darin zu arbeiten.
Wir arbeiten unter anderem mit Abstracta, GFAG und StyleGreen zusammen und wählen die Lösung nach Raum und Anspruch aus, nicht nach Katalogseite. Eine Übersicht über Produkte finden Sie in unserer Produktwelt Akustik und Raumakustik. Wie Ruhe und Konzentration mit dem Arbeitsplatz selbst zusammenhängen, lesen Sie unter Ergonomie am Arbeitsplatz.
